Immer mehr Kinder werden kurzsichtig – und das in immer jüngerem Alter. Als Augenärztin sehe ich diese Entwicklung nahezu täglich in meiner Ordination. Die gute Nachricht: Wer früh handelt, kann das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit messbar bremsen.
Was ist Myopie eigentlich?
Bei Kurzsichtigkeit (Myopie) ist der Augapfel zu lang gewachsen. Lichtstrahlen werden dadurch vor der Netzhaut gebündelt – weiter entfernte Objekte erscheinen unscharf, nahe Dinge sind gut zu sehen.
Typisch: Die Kurzsichtigkeit beginnt zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr und nimmt bis zum frühen Erwachsenenalter zu. Je früher sie einsetzt, desto stärker wird sie oft. Jedoch lassen sich auch schon in früheren Lebensjahren Tendenzen erkennen, die Handlungsbedarf fordern.
Woran erkennen Sie, dass Ihr Kind kurzsichtig sein könnte?
Kinder äußern Sehprobleme selten direkt – sie haben oft keinen Vergleich. Achten Sie auf folgende Zeichen:
- Ihr Kind kneift die Augen zusammen, um besser zu sehen
- Es sitzt sehr nah vor dem Fernseher oder Bildschirm
- Es klagt über Kopfschmerzen nach dem Unterricht
- Die Schulleistungen verschlechtern sich ohne ersichtlichen Grund
- Es zeigt kein Interesse an Tätigkeiten in der Ferne (Sport, Tafel ablesen)
Warum ist frühes Handeln so wichtig?
Eine einfache Brille korrigiert die Sehschärfe – bremst aber das Wachstum des Augapfels nicht. Je höher die Kurzsichtigkeit, desto größer das spätere Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Netzhautablösung, Glaukom oder Makuladegeneration.
Modernes Myopie-Management zielt darauf ab, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen – nicht nur zu korrigieren.
Was bieten wir in der Ordination an?
In meiner Praxis messe ich mit dem Myopia Master die Achsenlänge des Auges Ihres Kindes. Das ist die entscheidende Kenngröße: Nicht die Dioptrienzahl allein, sondern wie schnell der Augapfel wächst. Die Untersuchung ist ab etwa 6 Jahren möglich – vorausgesetzt, das Kind kann kurz stillsitzen und den Blick fokussieren.
Je nach Befund besprechen wir individuelle Maßnahmen:
- Spezielle Myopie-kontrollierende Brillengläser
- Orthokeratologie (formende Nachtlinsen)
- Weiche Myopie-Kontaktlinsen für Jugendliche
- Atropin-Augentropfen in niedriger Dosierung
Mein Rat als Augenärztin und Mutter
Ich bin selbst Mutter von drei Buben und weiß, wie schnell man Warnsignale übersieht. Spätestens vor dem Schuleintritt sollte jedes Kind einmal beim Augenarzt gewesen sein – auch wenn keine offensichtlichen Beschwerden bestehen.
Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Mehr über unser Myopie-Management in Wien erfahren Sie auf der Übersichtsseite – oder vereinbaren Sie direkt einen Termin.
