„Ich sehe doch gut – warum soll ich zum Augenarzt?" Diese Frage höre ich oft. Die Antwort: Viele Augenerkrankungen entwickeln sich ohne Beschwerden. Wer wartet, bis etwas wehtut, hat oft wertvolle Zeit verloren.
Säuglinge & Kleinkinder (0–4 Jahre)
Der österreichische Mutter-Kind-Pass sieht verpflichtende augenärztliche Untersuchungen vor:
- MKP I: Im 10.–14. Lebensmonat
- MKP II: Im 22.–26. Lebensmonat
Diese Untersuchungen sind wichtig, um Schielen, Weitsichtigkeit und andere Entwicklungsstörungen früh zu erkennen.
Schulkinder & Jugendliche (5–18 Jahre)
Das Schulalter ist die Hauptrisikophase für Kurzsichtigkeit. Ich empfehle:
- Vor dem Schuleintritt eine vollständige Augenuntersuchung
- Bei unauffälligem Befund alle 1–2 Jahre zur Kontrolle
- Bei bekannter Kurzsichtigkeit alle 6 Monate
Junge Erwachsene (18–40 Jahre)
Bei gutem Sehvermögen und keinen Risikofaktoren: alle 2–3 Jahre. Früher bei Brillenträgern, Diabetes oder Familiengeschichte mit Augenerkrankungen.
Ab 40 Jahren
Mit 40 beginnen sich die Augen zu verändern. Meine Empfehlung:
- Jährliche Augendruckkontrolle zur Glaukom-Früherkennung
- Bei Diabetikern: jährliche Netzhautkontrolle
- Regelmäßige Überprüfung der Brillenstärke
Ab 60 Jahren
Jährliche vollständige Augenuntersuchung empfohlen. OCT der Netzhaut bei Risikofaktoren für Makuladegeneration.
Wann sofort zum Augenarzt?
Unabhängig vom Alter gilt – bei diesen Symptomen nicht warten:
- Plötzliche Sehverschlechterung auf einem oder beiden Augen
- Lichtblitze oder Rußregen (Vorzeichen einer Netzhautablösung)
- Starke Augenschmerzen mit geröteten Augen
- Doppelbilder, die neu auftreten
- Schleier oder dunkler Vorhang im Sehfeld
