Untersuchung an der Spaltlampe in der Ordination Dr. Zimper Wien Währing
Erwachsene

Grauer Star: Symptome, Operation und was Sie erwartet

Von Dr. Eva Zimper · 19. Mai 2026

Der Graue Star (Katarakt) ist die häufigste Augenoperation weltweit – und in den meisten Fällen gut behandelbar. Dr. Eva Zimper erklärt Symptome, den Ablauf der Operation und welche Linsentypen es gibt.

Der Graue Star gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt: Nahezu jeder Mensch entwickelt ihn, wenn er alt genug wird. Die gute Nachricht: Die Katarakt-Operation ist heute einer der sichersten und routiniertesten Eingriffe der Medizin. In Österreich werden jährlich rund 100.000 Augen operiert. Wer rechtzeitig handelt, kann sein Sehvermögen vollständig wiederherstellen.

Was ist der Graue Star (Katarakt)?

Beim Grauen Star trübt sich die natürliche Linse im Auge ein. Die Linse liegt hinter der Pupille und bündelt das Licht auf der Netzhaut. Wird sie trüb, dringt weniger Licht durch, das Sehvermögen nimmt ab. Der Name "Grauer Star" leitet sich vom milchig-grauen Aussehen der getrübten Linse ab, das früher bei fortgeschrittenen Fällen von außen sichtbar war.

Die häufigste Form ist der Altersstar (Cataracta senilis), der sich ab dem 60. Lebensjahr entwickelt. Daneben gibt es angeborene Formen, die bereits im Kindesalter auftreten, sowie Katarakte infolge von Verletzungen, Diabetes oder längerer Kortisonbehandlung.

Welche Symptome hat Grauer Star?

Die Eintrübung der Linse entwickelt sich langsam, über Monate oder Jahre. Typische Anzeichen sind:

  • Verschwommenes oder neblig-schleieriges Sehen, das sich mit der Brille nicht vollständig korrigieren lässt
  • Blendempfindlichkeit, besonders beim Autofahren in der Nacht oder im Gegenlicht
  • Verblasste, stumpfe Farben: Weiß wirkt gelblich, Kontraste nehmen ab
  • Häufig wechselnde Brillenstärke: Die Linsentrübung verändert die Brechkraft
  • Besser sehen ohne Brille in der Nähe: Ein typisches Frühzeichen, weil die Kerntrübung vorübergehend wie eine Lesebrille wirkt ("Zweitsehen")
  • Doppelbilder auf einem Auge bei bestimmten Linsentrübungen

Wichtig: Diese Symptome können auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Eine augenärztliche Untersuchung klärt die Ursache.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Alter: Ab 60 steigt die Häufigkeit deutlich, ab 75 haben schon sehr viele eine klinisch relevante Trübung
  • Diabetes mellitus: Erhöht das Risiko und beschleunigt die Entwicklung
  • Längere Kortisonbehandlung, insbesondere Augentropfen oder systemische Steroide
  • Starke UV-Exposition über viele Jahre ohne Sonnenschutz
  • Rauchen
  • Augenverletzungen oder frühere Augenoperationen
  • Familiäre Vorbelastung

Wie wird Grauer Star diagnostiziert?

Die Diagnose ist in den meisten Fällen unkompliziert. In meiner Ordination untersuche ich die Linse mit der Spaltlampe, einem speziellen Mikroskop für das Auge. Dabei sehe ich Lage, Ausprägung und Art der Trübung genau. Ergänzend messe ich die Sehschärfe und den Augeninnendruck.

Wenn eine Operation geplant wird, erfolgt eine detailliertere Voruntersuchung im Krankenhaus: Die Biometrie – eine genaue Vermessung des Auges zur Berechnung der richtigen Linsenstärke – wird dort durchgeführt, ebenso eine Untersuchung der Netzhaut, um sicherzustellen, dass keine anderen Erkrankungen das Sehergebnis nach der OP beeinflussen.

Wann ist eine Operation notwendig?

Es gibt keine Medikamente, die den Grauen Star aufhalten oder rückgängig machen. Die einzige wirksame Behandlung ist die Operation. Der richtige Zeitpunkt hängt nicht von einem fixen Sehwert ab, sondern davon, wie stark die Einschränkung den Alltag beeinträchtigt.

Typische Indikationen für eine baldige OP:

  • Sehschärfe unter 0,5 auf dem betroffenen Auge
  • Starke Blendung beim Autofahren, die die Fahrsicherheit gefährdet
  • Einschränkung bei beruflichen oder alltäglichen Tätigkeiten (Lesen, Kochen, Treppensteigen)
  • Fortschreitende Trübung, die bald operiert werden muss, bevor sie zu dicht wird

Ablauf der Katarakt-Operation

Die Katarakt-Operation ist ein ambulanter Eingriff, dauert in erfahrenen Händen 15 bis 20 Minuten und erfolgt unter lokaler Betäubung (Augentropfen). Eine Vollnarkose ist nicht nötig.

Die Standardmethode ist die Phakoemulsifikation:

  1. Ein 2–3 mm kleiner Schnitt an der Hornhautperipherie
  2. Die natürliche Linse wird mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt
  3. In den verbleibenden Linsensack wird eine künstliche Intraokularlinse (IOL) eingesetzt
  4. Der Schnitt verschließt sich selbst, keine Nähte nötig

Nach dem Eingriff tragen Sie einige Wochen Augentropfen zur Vorbeugung von Entzündungen. Das Sehvermögen verbessert sich oft schon am nächsten Tag, stabilisiert sich vollständig innerhalb von 4 bis 6 Wochen.

Welche Linse ist die richtige?

Die Wahl der Kunstlinse ist entscheidend für das Sehergebnis. Es gibt drei Hauptkategorien:

Monofokale Linse (Standard)

Korrigiert eine Entfernung, meist Ferne. Für Nähe und Zwischenbereich wird weiterhin eine Brille benötigt. In Österreich von der Krankenkasse übernommen.

Multifokale Linse (Premium)

Mehrere Brennpunkte ermöglichen gutes Sehen in der Ferne, im Zwischenbereich (Bildschirm) und in der Nähe. Viele Patientinnen und Patienten kommen danach vollständig ohne Brille aus. Als Selbstzahlerleistung erhältlich.

Torische Linse

Korrigiert gleichzeitig eine bestehende Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Sowohl monofokale als auch multifokale Varianten verfügbar. In manchen Krankenhäusern werden torische Linsen auch von der Kasse übernommen.

Wo wird operiert?

Die Voruntersuchung und Nachsorge finden in meiner Ordination in Wien Währing statt. Für die Operation selbst überweise ich Sie gezielt weiter – dank meiner langjährigen Tätigkeit in der Augenchirurgie habe ich gute Kontakte ins Hanusch Krankenhaus und andere Wiener Häuser. Sie sind von der Diagnose bis zur abgeschlossenen Heilung gut betreut. Alle Leistungen für Erwachsene finden Sie auf der Übersichtsseite.

Häufige Fragen zum Grauen Star

Ist die Katarakt-Operation auf Kasse möglich?

Ja. Die Standardoperation mit monofokaler Linse wird in Österreich von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sobald eine medizinische Indikation besteht. Premium-Linsen (multifokal, torisch) sind Selbstzahlerleistungen. Als Wahlarztpatientin oder -patient können Sie Kosten über Ihre Krankenkasse rückerstatten lassen.

Kann der Graue Star wiederkommen?

Die eingesetzte Kunstlinse trübt sich nicht ein. Allerdings kann die hintere Kapsel, in der die Linse sitzt, mit der Zeit nachtrüben – der sogenannte Nachstar. Er betrifft etwa 20–40 % der Operierten und wird mit einem einfachen Laser-Eingriff (YAG-Kapsulotomie) in wenigen Minuten ambulant behandelt.

Wie lange bin ich nach der OP eingeschränkt?

Die meisten Patientinnen und Patienten sehen bereits am Tag nach der Operation deutlich besser. In den ersten zwei Wochen sollten Sie kein Wasser ins Auge lassen, nicht reiben und schwere körperliche Belastung meiden. Autofahren ist in der Regel nach ärztlicher Freigabe ab dem zweiten Tag möglich.

Beide Augen gleichzeitig oder nacheinander?

In Österreich werden beide Augen grundsätzlich in getrennten Eingriffen operiert, um das Risiko einer beidseitigen Komplikation auszuschließen. Der Abstand beträgt meist ein bis vier Wochen.

Was, wenn ich keinen Grauen Star habe, aber schlecht sehe?

Sehverschlechterung kann viele Ursachen haben: Glaukom, Makuladegeneration, Netzhautveränderungen oder einfach eine veraltete Brillenstärke. Eine vollständige Augenuntersuchung klärt das in einem Termin ab.


Dieser Beitrag wurde von Dr. Eva Zimper verfasst, Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie, bis 1/26 Oberärztin im Hanusch Krankenhaus Wien.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin vereinbaren?

Jetzt Termin buchen

Semperstraße 18A/7, 1180 Wien · Di / Mi / Do · Aktuelle Zeiten im Online-Kalender